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Mexico
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Thema: Mexico (Gelesen 1358 mal)
santiago
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Re: Mexico
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Antwort #16 am:
August 13, 2007, 09:56:47 »
Calderón wird Ende dieses Monats Bush in Canada treffen, es wird ueber einen "Plan Mexico" verhandelt. Es gab ja schon mal einen "Plan Colombia" Bei diesem Plan geht es um einen Frontal Angriff auf den Narco, der Plan beinhaltet amerikanisches Militaer nach Mexico schicken. Sollte das eintreffen, werden die Narcos sicher "Kopfgeld" auf amerikanische Soldaten aussetzen. USD 10 Mil oder so, bei einem woechentlichen Gewinn von 200 Millionen Dollars pro Woche (pro Kartell) sicherlich nur Lapalien.
Und die grossen Druglords hier lachen sich nur einen runter. Inzwischen gibt es eine neue Wallfahrts Staette fuer diese Jungs, in Culiacan, Sinaloa. Grund: Es gibt in Mexico einen neuen Heiligen: Jesus Malverde, der Schutz Patrón der Narcos.
Da faehrt man hin u. betet...... als guter Katholik...
Millionen werden hier umgesetzt, Tausende umgebracht. In einem Landstrich, in dem Polizeichefs zu Paten werden, zeigt man alles, nur keine Angst. Eine Pilgerfahrt zu einem Ganovengrab in der Rauschgift-Metropole Culiacán.
Von Peter Burghardt
Culiacán, im Juli - Der Heiland der Drogenbarone empfängt zu jeder Stunde, aber Fremde besuchen ihn besser bei Tageslicht. Das ist beeindruckend genug. An einem schwülen Sommertag um kurz vor zwölf füllt eine interessante Gemeinde die Kapelle von Culiacán im wilden Nordwesten Mexikos.
Die Sonne steht senkrecht, der Wind ist wie ein heißer Föhn. Die Männer tragen breitkrempige Sombreros, Cowboystiefel aus dem Leder von Schlangen oder Straußen, schwere Goldketten. Manche haben trotz der Hitze Jacketts an oder Westen, darunter verbergen sich gewöhnlich automatische Waffen.
Maschinenpistolen vom Typ AK-47 werden in dieser Szene Cuernos de Chivo genannt, Ziegenhörner. Draußen parken Geländewagen mit dunklen Scheiben. Es spielt ein Orchester. Die Versammlung huldigt Jesús Malverde, ihrem Helfer und Beschützer.
Der Robin Hood trägt hier Scheitel und Schnurrbart
Malverde war laut Legende ein Dieb aus dem 19. Jahrhundert, so edel wie Robin Hood. Bilder, Figuren und Schlüsselanhänger an den Souvenirständen zeigen ihn mit schwarzem Scheitel und feinem Schnurrbart. Gemäß der Überlieferung bestahl der soziale Delinquent die Reichen für die Armen, bis ihn ein Kopfgeldjäger anschoss.
Verblutend schleppte er sich an diese Stelle, wo ihn der Gouverneur aufhängen ließ. "Geboren 1870, gestorben am 3. Mai 1909", steht am Kreuz, sein Todestag wird im Bundesstaat Sinaloa gefeiert wie Ostern. Erst war hier nur ein Grab, dann machte ihn die Mafia zu ihrem Heiligen. Inzwischen wuchs das Ehrenmal zum überdachten Wallfahrtsort, gegenüber vom McDonald's.
"Danke Gott und Malverde für die Gefälligkeit", steht auf Fotos und Plaketten, dazu Namen der berüchtigsten Rauschgiftdynastien Mexikos. Familie Carrillo. Familie Félix. Familie Beltrán. Familie Gallardo. Familie Guzmán.
Guter Stoff fürs Liedgut
Musiker werden dafür bezahlt, Drogenhändler in der Jesús-Malverde-Kapelle zu besingen.
Die meisten ihrer Anführer werden mit internationalen Haftbefehlen gesucht, oder sie sitzen im Gefängnis, oder wurden ermordet. Das klassische Ende in diesen Kreisen. Aber ihre Sippen häuften Vermögen an. Eine eiserne Tafel hat die Form eines Lkws, darauf ist zu lesen: "Gott segne meinen Lastwagen - Danke, Malverde, mir diesen Wunsch gewährt zu haben."
Offenbar gelangte eine Ladung Kokain oder Marihuana ungestört in die USA. Vor dem Schrein des Beschützers Malverde singt jetzt eine Combo mit Gitarren, Akkordeon und Trompeten schaurigschöne Lieder, Narcocorridos. Für 6000 Pesos die Stunde, 400 Euro, tragen die Musikanten Eigenkompositionen für ihre Auftraggeber vor oder Stücke von Idolen wie den Tigres del Norte. "Die Reifen des Autos waren voller Stoff", heißt es in dem Klassiker "Contrabando y Traición", Schmuggel und Verrat.
"Mich fasziniert das", sagt Élmer Mendoza leise und nippt am Espresso. Den Schriftsteller Mendoza, 59 Jahre alt, trifft man in einem unauffälligen Café im Wohngebiet von Culiacán, im Dunstkreis von Malverde können Fragen ungemütlich werden.
Herr, lass die Drogen blühen
Mendoza selbst geht gerne bei Mondschein zum Schrein und hat auch mal erlebt, wie vor der Kultstätte ein Hubschrauber landete. Ein Gläubiger samt Leibgarde stieg aus, machte dem Schutzherrn seine Aufwartung und flog wieder ab.
Élmer Mendoza sieht die kleineren und größeren Ganoven mit ihren Versace-Hemden auch nachts in den schummrigen Bars, wie sie teuren Whiskey und Tequila bestellen, flaschenweise. Man zeigt alles, nur keine Angst. "Witzig und bedrohlich", findet Mendoza das. "Die wissen, dass sie die Macht haben."
Der Autor liebt seine Heimat
So weit kann es kommen, wenn das organisierte Verbrechen zum System wird. Dann ist der Schrecken auch Folklore, Kultur, Religion.
Der Autor liebt seine Heimat, trotz der Exekutionen und Schießereien. Sie ist die Bühne für seine Kriminalromane, "Einsamer Mörder" heißt einer. Auch in seiner Literaturwerkstatt widmen sich die Schüler hauptsächlich diesem Thema, das Mexiko durchdringt wie ein Geschwür.
Élmer Mendoza beriet außerdem den spanischen Erfolgsschreiber Javier Pérez Reverte, dessen Bestseller "Königin des Südens" die Karriere einer Schmugglerin aus Culiacán erzählt. Mendozas nächstes Buch trägt den Titel "Willst du ewig leben", es beginnt in diesem Lokal und handelt von Korruption, Polizisten, Drogendealern. "Vielleicht trinkt da hinten einer von denen Kaffee", sagt er, die Tische im Eck sind besetzt, "und abends bringt er jemanden um."
Rauschmittel und ihre Folgen prägen die Region seit 100 Jahren. In den USA waren Opium, Heroin und Marihuana bald verboten, so wurden immer mehr Mohn und Cannabis gesät. Im Zweiten Weltkrieg wuchs der Bedarf für die amerikanischen Soldaten, das Geschäft blühte, später wurde der Handel erweitert durch Kokain aus Kolumbien.
Inzwischen dominieren mexikanische Verteiler den Kokain-Markt, ungebildete Söhne aus dem Gebirge wurden zu Großexporteuren. Viele von ihnen hat das sagenhaft reich gemacht. Und viele von ihnen wurden grausam getötet. In den vergangenen zehn Jahren wurden allein in Sinaloa mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern mehr als 7000 Morde registriert.
Eine der mächtigsten Banden der Erde
Das Kartell von Sinaloa und seine Verbündeten sind eine der mächtigsten Banden der Erde. "Der Drogenhandel ist Teil unserer Umgebung, unserer Landschaft, unserer Erinnerung", sagt Élmer Mendoza, es klingt frustriert und bewundernd zugleich. "Die größten Capos Mexikos sind hier geboren."
Was für Geschichten. Der Clan der Carrillo Fuentes stammt aus der Umgebung, einst waren sie Bauern. Amado Carrillo Fuentes schuf das Kartell von Juárez und trug in den Neunzigern den Künstlernamen "El Señor de los Cielos"- der Herr der Lüfte. Er transportierte seine Ware in einer eigenen Flotte von mehreren Boeing 727 und galt als Nachfolger des Kolumbianers Pablo Escobar.
Carrillo Fuentes soll viermal so viel Kokain über die US-Grenze geschafft haben wie jeder andere. Gemäß der amerikanischen Antidrogenbehörde DEA verdiente er in seiner besten Zeit 200 Millionen Dollar - in der Woche. Zehn Prozent investierte er in die Bestechung von Politikern, Richtern, Polizisten. Zu seinem Schmuck gehörte ein goldener, mit Brillanten besetzter Anhänger in Form einer Kalaschnikow.
Seine letzte Stunde schlug angeblich am 4. Juli 1997 auf einem Operationstisch in Mexiko-Stadt, als er sich das Antlitz verfremden lassen wollte. Seine vermeintliche Leiche ruht in seinem Geburtsort Guamachilito nahe Culiacán in einem Marmorpalast.
Aber viele Mexikaner glauben, der sagenumwobene Amado sei noch unter den Lebenden, mit neuer Identität und neuem Gesicht. Offiziell übernahm das Kommando erst sein Bruder Rudolfo, vormals Polizeichef und ebenfalls Jünger Malverdes.
Er wurde am 11. September 2004 auf einem Parkplatz in Culiacán durchsiebt, von 500 Kugeln. Es folgte Bruder Vicente. "Bewaffnet & gefährlich, reist gelegentlich nach El Paso, Texas", steht auf dem US-Steckbrief. Belohnung fünf Millionen Dollar.
Die gleiche Summe ist auf Joaquín Guzmán ausgesetzt, genannt "El Chapo". Auch er kommt aus dieser Gegend. Guzmán floh am 19. Januar 2001 aus dem Hochsicherheitsgefängnis Puente Grande von Jalisco. Es wird berichtet, er habe dabei sieben Panzertüren überwunden. Man erzählt sich, kurz danach seien in Culiacán CDs mit Liedern zu seiner Flucht verkauft worden, Narcocorridos.
Drei Monate später war der weltweit gesuchte Drogenboss Trauzeuge bei einer Hochzeit. Wenn er in einem Restaurant essen ging, sammelten seine Leibwächter die Handys der übrigen Gäste ein. "Wir sind Zuschauer, wir legen uns nicht mit ihnen an", sagt Mendoza. "Die verzeihen nichts."
Zuletzt war wieder Krieg
Zuletzt war wieder Krieg zwischen den Kartellen von Sinaloa, Tijuana, Juárez und dem Golf von Mexiko. Die einen beschäftigen Jugendliche aus den Slums als Söldner, die anderen eine vormalige Eliteeinheit der Armee. Mexikos Präsident Felipe Calderón schickte 9000 Soldaten.
Sie patrouillieren auch in Culiacán und dem zerklüfteten Hinterland. Das Ergebnis waren noch mehr Tote, unter ihnen Unbeteiligte. Vor kurzem wurde eine Familie mit drei kleinen Kindern an einer Straßensperre erschossen. Zeitungen melden die Opferzahlen wie Börsenkurse, 2007 waren es bisher landesweit 1500. Kein wichtiger Pate wurde in Culiacán verhaftet.
Einzig die Preise sollen wegen der Militärpräsenz steigen, und auf dem Schwarzmarkt in der Calle Juárez sollen die Dollarbündel knapp werden.
Besucher kommen sich in dieser Stadt vor wie im Film. Am schicken Flughafen wartet eine Staffel von Cessnas, es gibt diverse Flugschulen, die Branche braucht Nachwuchs. Vor der Tür fahren die tollsten Autos vorbei. Besonders beliebt sind die für amerikanische Bodentruppen entwickelten Modelle vom Typ Hummer, auch in der langgezogenen Version nach Art von Hollywood.
Teller voller Kokain
Bei Kindergeburtstagen holen manchmal solch rollende Festungen die Kleinen ab, für die Großen gibt es bei Partys Teller voller Kokain. Heißt es. "Diese Leute wissen, dass sie früh sterben werden", sagt Élmer Mendoza, "also leben sie schneller."
Die wenigen Touristen, die es hierher verschlägt, staunen über Villen mit gigantischen Mauern, über Kameras und gemeißelte Löwen. Das Volk nennt den Stil Narco-Architektur, Monumente des schlechten Geschmacks. In modernen Wohnanlagen, Luxushotels, Spielsalons, Diskotheken und Einkaufszentren werden Hunderte Millionen Dollar gewaschen, angeblich sogar in Tankstellen und Molkereien.
An der Universität von Culiacán belegen Tausende Studenten das Fach Rechnungswesen. Dabei gibt es dafür viel zu wenig legale Jobs, auch wenn der Gemüseexport boomt. Aber das ist für die Bilanz nachrangig. "Unsere Wirtschaft ist abhängig vom Rauschgift", sagt Mendoza. "Nicht nur in dieser Stadt."
In einem fensterlosen Raum ballt ein bärtiger Mann mit Stirnglatze und kräftigen Händen die Faust, die Klimaanlage surrt. "Wir sind ein Labor für die größte Bedrohung des Landes", sagt Manuel Clouthier, Direktor der Zeitung Noreste und nebenberuflich Landwirt. "Die Drogenmafia ist ein Monster mit tausend Köpfen."
Täglich berichtet sein Blatt von Kopfschüssen und Leichen. Clouthier hat keinen Zweifel daran, dass die Regionalregierung von Sinaloa mit den Kartellen kooperiert, immer wieder stehen mexikanische Politiker unter Verdacht. "Das sind Komplizen, das ist Narco-Politik." Einmal fragte einer seiner Redakteure den Gouverneur aus der von Skandalen erschütterten Revolutionspartei PRI, ob wirklich 60 Prozent der Wirtschaft von Sinaloa mit Drogen zu tun hätten. Der Gouverneur lachte und antwortete: "Es ist mehr."
Clouthier zitiert den ehemaligen Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando. "Die Mafia ist präsent, und obwohl wir ihr noch nicht den Gnadenschuss gegeben haben, ist die Organisation tot", schrieb Orlando. "Sie starb in dem Moment, als wir sie aus dem politischen System entfernt haben."
"Wir werden einen hohen Preis dafür bezahlen"
Clouthier macht eine Pause und sagt: "In Mexiko sind wir genau auf dem umgekehrten Weg unterwegs, wir werden einen hohen Preis dafür bezahlen." Unternehmern hat er einen Aufruf zur Gegenwehr geschickt. Kaum einer reagierte. Wer legt sich schon mit Politik, Polizei und Killern an, wenn so viel Geld in die Stadt kommt?
Hinter Clouthier hängt ein Bild seines Vaters, einst Präsidentschaftskandidat der konservativen Partei PAN, die seit 2000 den mexikanischen Staatschef stellt. Er kam bei einem rätselhaften Autounfall um. Clouthiers Mitarbeiter riskieren ebenfalls ihr Leben, manche Medien recherchieren angesichts der Gefahr kaum mehr. Laut der Vereinigung Reporter ohne Grenzen ist für Journalisten nur der Irak gefährlicher als Mexiko.
Zuweilen denkt Manuel Clouthier, "wir verlieren diese Schlacht". Aber weg will er nicht. "Ich bin hier geboren und werde hier sterben, ich habe meine Urne schon gekauft." Man müsse den Kriminellen widerstehen. Es gebe ja Ansätze, wie diese Ausstellung, "die Rosi hat Mut".
Und Batman wacht
Rosa Maria Robles vergoss ihr Blut, mindestens einen halben Liter. Ein Video in Endlosschleife zeigt, wie es unter ärztlicher Aufsicht aus den Pulsadern in einen Topf tropft und dann auf die weiße Bettdecke. "Alfombra roja" ist das Motto der Aktion im Kunstmuseum von Culiacán: "roter Teppich".
Zunächst hatte die Bildhauerin Robles blutverschmierte Kleider von echten Opfern ausgelegt, von der Empore über die Treppe hinab bis an die Eingangstür. Dann kam die Staatsanwaltschaft und nahm die Leichentücher mit, Beweismaterial.
Das verschaffte ihr erst recht Aufmerksamkeit. Ersatzweise schockiert Rosa Maria Robles nun mit eigenen Blutspuren. "Ich habe die Drogengewalt wie Muttermilch aufgesogen", sagt sie, "ich musste etwas tun, zum Nachdenken anregen."
Dazu baumeln Flaggen aus Dollarscheinen von der Decke. Außerdem hat sie ihr skurriles Programm "Navajas" (Messer) aufgebaut, mit einem Fallbeil über einer Wiege, Polizeiberichten aus der Zeitung Noreste als Tischdecke und Augen von Straußen in Eierbechern.
Die Tiere sind ihr Symbol für den demonstrativen Luxus der Rauschgiftszene - und für ein Publikum, das wegschaut. "Die Narcos haben die ganze Gesellschaft durchdrungen", sagt sie, "sie sind da, wo du sie am wenigsten erwartest."
Der Friedhof Jardínes del Humaya liegt am Stadtrand. "Unglaubliche Gräber", sagt Élmer Mendoza, die auffälligsten sind groß wie kleine Kirchen. Eine Kuppel ist schwarz-gelb bemalt, mit dem Batman-Logo, den Auftrag gab ein Drogenkönig namens Batman Güemes. In einem anderen Pantheon mit Marmorsäulen sind Fresken von einer Frau und zwei Kindern zu erkennen.
Bauherr ist ein Capo mit Spitznamen El Güero Palma, ein Rivale hatte ihm die Köpfe seiner entführten Familie zugeschickt. Über den Kiesweg rollt ein verspiegelter Wagen, auf dem Nummernschild steht "VIP". Wer hier groß baut, dem hat der heilige Jesús Malverde viele Wünsche erfüllt, aber irgendwann konnte er nicht mehr helfen.
Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/116/125924/
Saludos de Mexico
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JustNow2
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Re: Mexico
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Antwort #15 am:
April 22, 2007, 07:31:06 »
Ludwig,
hab diese (oder eine ganz ähnliche) Antwort eigentlich erwartet und glaub´ tatsächlich, dich zu verstehen.
Je schrecklicher sich die bestimmte Dinge vollziehen, desto widerstandsfähiger das uns umgebende Schutzschild, wie auch das Gefühl, das alles doch weit entfernt sei.
Du sagst es.
"Wie in einer Parallel- (jedenfalls nicht der eigenen) Welt".
Diesen Schutzmechanismus hat die Natur ganz hervorragend eingerichtet, denn, wie anders sollte man extreme Widrigkeiten überhaupt ertragen?
Und doch bleibt es stets ein Balanceakt, der für niemanden risikolos ist und nur so lange funktioniert, wie die Einschläge (hoffentlich) nicht zu dicht werden.
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santiago
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Re: Mexico
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Antwort #14 am:
April 22, 2007, 03:05:23 »
Zitat von: JustNow2 am April 22, 2007, 09:52:02
Aber, ertappt man sich ab und an, nicht doch bei dem Gedanken, alles hinzuschmeissen, einfach abzuhauen und sich mit der Familie ein ruhige(re)s Fleckchen zu suchen?
JustNow2
JustNow2,
nie, nicht in den kuehnsten Traeumen. Mexico ist ein saugutes Land und hat in der Mehrzahl sehr gute Leute. All diese Sachen passieren zwar hier, aber wie Du sagtst, "man gewoehnt sich an alles". Sie passieren in einer Art Parallel Welt, die ist auf der einen Seite weit weg, auf der einen Seite nah dran, wenn man z.B. die Nachrichten einschaltet. Und man ist als normaler Buerger nicht konfrontiert, der Krieg ist zwischen verschiedenen Kartellen und ALLE Kartelle gegen die Regierung. Die positiven Sachen des Landes wiegen immer noch diesen Teil auf.
Wie Du sagtst "alles hinzuschmeissen, einfach abzuhauen und sich mit der Familie ein ruhige(re)s Fleckchen zu suchen" halte ich in Deutschland fuer angebrachter. All diese Kontroll Entwicklungen, die dort passieren koennen fuer Menschen, die noch einen Hauch von Individualismus oder Hang zur Freiheit besitzen auf lange Sicht toedlicher sein (Neurosen erzeugen ja bekanntlich Magengeschwuere), als durchgedrehte Narco Killer.
Ludwig
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JustNow2
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Re: Mexico
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Antwort #13 am:
April 22, 2007, 09:52:02 »
Santiago,
Der Mensch gewöhnt sich an vieles.
Dazu gehört wohl - irgendwie - auch der Umgang mit dieser Art der Realität.
In vielen Regionen der Welt, die seit Jahrzehnten als Kriegsschauplatz herhalten müssen, schaffen die Bewohner es auch, ihre ganz spezielle Normalität entwickeln.
Anpassung ist die, wohl wesentliche Vorausetzung, um zu überleben.
Aber, ertappt man sich ab und an, nicht doch bei dem Gedanken, alles hinzuschmeissen, einfach abzuhauen und sich mit der Familie ein ruhige(re)s Fleckchen zu suchen?
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santiago
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Re: Mexico
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Antwort #12 am:
April 21, 2007, 04:13:02 »
in Mexico ist die Luft wiedermal sehr bleihaltig:
Letzte Woche vermerkte man in den Nachrichten, dass an einem Tag in 23 Stunden 23 Leute hingerichtet wurden. Natuerlich in Verbindung mit Drogenkartellen.
Und in Tijuana gings letzte Woche auch heiss her. Dort trafen am Vormittag ein paar Killer eines Drogenkartell auf ein groessere Gruppe von Polizisten, die aus normaler Polizei aus Tijuana u. der Bundes Elite Polizei AFI bestand, es begann eine Schiesserei im groesseren Stil, wobei einige Polizisten u. Narcos getoetet wurden. Zwei Narcos, verwundet, konnten ueberwaeltigt werden, wegen ihrem delikaten Zustand wurden sie ins Hospital Civil von Tijuana gebracht. Das ist ein sehr grosses (staatliches) Krankenhaus. Normalerweise, waere es ein Film, wuerde der Regisseur jetzt sagen: Schnitt, Film aus. Aber es war kein Film, sondern mexicanische Wirklichkeit. Und da Pistoleros ungern ihre Kollegen der Staatsmacht ueberlassen, wurde ein paar Stunden spaeter mit verstaerkter Mannschaft das grosse Krankenhaus angegriffen. Narco Killers im Hospital einmal drin fingen an sich wilde Schiesserein mit der Polizei zu liefern. Im TV konnte man nachher sehen, dass die Waende des Hospitals aussahen wie Schweizer Kaese. Die beiden Verletzten konnten zwar nicht befreit werden, es gab zwar wieder Tote auf beiden Seiten, aber die Feuergefechte waren so intensiv, dass durch die Hintertuer Patienten evacuiert werden mussten. Krankenbetten auf den Strassen...
Die beiden Kollegen nicht befreit, die Narcos anscheinend frustriert, griffen dann am Spaetabend OHNE Grund ein paar Polizisten an, die sie auf der Strasse sahen und BUM....
Wie im Kino......
Gruesse
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Re: Mexico
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Antwort #11 am:
April 13, 2007, 03:39:31 »
Schweres Erdbeben in Mexiko-Stadt
Durch das Beben der Stärke 6,0 ist die Stromversorgung zusammengebrochen. Es gibt noch keine Angaben über etwaige Opfer.
Die mexikanische Hauptstadt ist am Freitag von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,0 erschüttert worden. In Teilen von Mexiko-Stadt brach die Stromversorgung zusammen. Bewohner liefen im Schlafanzug auf die Straße. Das Beben kurz vor 1.00 Uhr Ortszeit (8.00 Uhr MESZ) dauerte weniger als eine Minute.
Epizentrum 250 km entfernt
Nach ersten Angaben des US-Erdbebenzentrums USGS lag das Epizentrum des Bebens 64 Kilometer nordwestlich des Pazifik-Badeorts Acapulco - hier liefen erschrockene Touristen aus ihren Hotels - und 250 Kilometer südwestlich von Mexiko-City.
Ein CNN- Reporter berichtete, dass die Erdstöße etwa eine halbe Minute dauerte. Der Boden habe gewackelt, und von den Wänden sei Putz gefallen. Angaben über Tote oder Verletzte lagen nicht vor.
Quelle:
http://www.kurier.at/nachrichten/chronik/69923.php
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Hubert Hahn
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Re: Mexico
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Antwort #10 am:
Februar 16, 2007, 09:39:51 »
betr. Mexico,
bin vom 29.1. bis 5.2. mit meinem Tennispartner in Mexico , Guadalajara gewesen.Bei dem Tennisturnier (Guadalajara Country Club )konnten wir allerdings nur den 3.Platz belegen ( Senioren 65-70 )was dann nur eine Trophy u.eine Tennisausstattung einbrachte. War also nur ein Spesentrip.Doch eine tolle Sache insgesamt. Nach Ankunft und Fahrt zum Hotel war ich jedoch etwas schockiert soviele Elendsbehausungen zu sehen. Erst wenn man der Stadt naeher kommt wird das Bild besser. Innerhalb der Stadt ist es verhaeltnismaessig gut.Der Country Club ist super, da fehlt es an nichts. Mit 3 Restauranats, 18 Tennisplaetzen, 19 Loch Golf Platz, Reitplatz, Fussballplatz, Gym, Krankenstation fuer Notfaelle, alles vom Feinsten.Die Reichen Mexikaner wissen auch wie man lebt. Wir waren jeden Abend mit Einheimischen aus zum Essen , ich muss sagen in ganz tollen Restaurants. Preise sind allerdings sehr gehoben zum Vergleich was ich in Paraguay bezahlte. .Habe mir eine 110qm Wohnung angeschaut in der Naehe des Country Clubs 5. Stock,die fuer $ 380 000.ooo zu haben war. Die ist in USA billiger.Die Stadt Guadalajara ca. 6 millionen Einwohner, ist vollgepresst mit Autos ,als Fussgaenger ist man da verloren. Mir waere diese Stadt zu hektik. Habe da immer noch von Paraguay meine Vorstellungen. Haette ich die Wahl, wuerde ich Paraguay vorziehn.Am Tag vor meiner Abreise hat mich dann noch Santiago in meinem Hotel angerufen .Leider hatte er vorher keine Zeit , um uns persoenlich kennnen zu lernen.Doch vielleicht im naechsten Jahr wenn's die Gesundheit zulaesst, werde ich wieder dort sein und dann klappts villeicht. Hubert
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santiago
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Re: Mexico
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Antwort #9 am:
Februar 12, 2007, 11:59:22 »
Zitat von: Apolda am Februar 12, 2007, 07:15:51
Mich würde aber mal interessieren was aus dem Präsidentenstreit geworden ist?
Hallo Apolda,
der Praesidentenstreit: Zieht sich momentan durch die Presse, wird subtiler u. subtiler, in der Zwischenzeit war ja Felipe in Berlin u. in Davos. Anbei das Spiegel Interview u. einige trockene Kommentare dazu.
Gruesse
Santiago
Auf jeden Fall wissen Spiegel Leser etwas mehr vor dem Express-Besuch von Don Felipe de Jesus in der Bundesrepublik. Wenn auch nicht viel. Auf die Fragen der Reporter des Hamburger Wochenmagazins zog Don Felipe eine journalistische Plichtuebung ab.
Hier einige Glanzlichter des konservativen Tausendsassas, der sich vorgenommen hat das Land (mal wieder) in sechs Jahren aus dem Schlamassel zu ziehen.
SPIEGEL
: Herr Präsident, Sie haben Ihr Amt vor sieben Wochen unter Tumulten übernommen, geschützt von Ihrer Leibgarde in einem verbarrikadierten Parlament, Ihr Konkurrent Andrés Manuel López Obrador ließ sich zum Gegenpräsidenten ausrufen. Hat Mexiko jetzt zwei Staatschefs?
Calderón
: Nein. Bei einer demokratischen Wahl gibt es nur einen einzigen Sieger. Präsident bin ich.
Muss das Don Felipe nicht stoeren, dass er immer noch auf dieses leidige Thema angesprochen wird. Seit sieben Wochen Praesident und irgendwie scheint es doch noch Zweifel zu geben…aber lassen wir das lieber.
SPIEGEL
: Der Wahlausgang hat gezeigt, wie tief Mexiko gespalten ist zwischen Arm und Reich, zwischen dem industrialisierten Norden und dem ländlichen Süden. Wie wollen Sie diese Kluft schließen?
Calderón:
Der Staat muss eingreifen. Wir brauchen ein besseres Bildungssystem, wir müssen das Gesundheitswesen entwickeln. In den rückständigsten ländlichen Regionen wollen wir die Versorgung mit Trinkwasser verbessern und neue Straßen bauen. So schaffen wir Voraussetzungen für Investitionen, damit verringert sich auch Ungleichheit.
Interessante Logik: Bildungssystem verbessern, Gesudheitswesen entwickeln. Hehre Wuensche. Strassen bauen und Trinkwasser in die armen Regionen bringen. Alles das um Investitionen anzulocken, die werden die Ungleichheit schon verringern. Dieses Wundermittel scheint es Don Felipe angetan zu haben . In dem selben Ton geht’s weiter:
SPIEGEL:
Fast die Hälfte der 105 Millionen Mexikaner lebt in Armut, elf Millionen haben keine feste Stelle. Wie wollen Sie denen Arbeitsplätze beschaffen?
Calderón
: Das ist nur möglich, wenn wir Investitionen nach Mexiko locken. Experten gehen davon aus, dass Mexiko bis 2050 zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen kann. Dafür müssen wir zuallererst unsere Produktionskosten senken. Die Energie ist zu teuer, die Steuerbelastung zu hoch. Vor allem aber müssen wir Rechtssicherheit schaffen und die Kriminalität eindämmen. Deshalb plane ich, die Staatsausgaben zur Verbrechensbekämpfung um ein Viertel zu erhöhen.
Hoppla, hoppla, Don Felipe, nicht alles auf einmal. Wie waere es wenn sie einfach so Investitionen nach Mexiko locken. Bisher ging das doch auch ganz gut. Banken wurden verkauft, Monoploe gestaerkt, Loehne quasi eingefroren. Und das Steueraufkommen ist laecherlich gering, das liegt aber nicht daran das die Steuern zu niedrig sind oder zu hoch, sondern das die Rate des Steueraukommens laecherlich gering ist. Mexiko als Erdoelexporteur hat vom hohen Oelpreis kraeftig profitiert, ist deshalb die Energie vielleicht billiger geworden? 25% mehr Ausgaben fuer die Verbrechensbekaemfung hoert sich gut an. Wieviel davon geht in die Solderhoehung fuer das Militaer? Versprochen ist versprochen.
SPIEGEL:
Die Weltbank behauptet, eine Gruppe von 20 Familien beherrsche Mexiko.
Calderón
: Sicher, wir haben eine hohe Wirtschaftskonzentration. In Zukunft wollen wir dafür sorgen, dass Privatleute oder Unternehmensgruppen keine unerlaubten Privilegien genießen. Wir brauchen eine Politik, die dem Wettbewerb verpflichtet ist und Monopole beschränkt.
Aha, so heisst das nun. Dann gehen Sie doch mal mit gutem Beispiel voran und geben sie gruenes Licht fuer eine dritte landesweite Fernsehkette. Mehr Wettbewerb, immer her damit, Telmex ist nach wie vor Quasi-Monopolist im Telefonsektor. Privilegien, ob erlaubt oder unerlaubt sind doch immer etwas anruechig.
SPIEGEL:
In vielen lateinamerikanischen Ländern sind in den vergangenen Jahren Linksregierungen an die Macht gekommen, auch in Mexiko ist die Linke nun so stark wie noch nie. Ist der Neoliberalismus gescheitert?
Calderón
: Ich bin kein Neoliberaler. Der freie Markt ist eine Bedingung für Wirtschaftswachstum, aber das allein reicht nicht aus. Der Staat muss gleiche Bedingungen für alle schaffen. Einige Länder Lateinamerikas gehen allerdings zu weit. In Venezuela zum Beispiel will die Regierung nun wichtige Unternehmen verstaatlichen. Präsident Hugo Chávez will seine Macht verewigen. So etwas widerspricht den Prinzipien von Demokratie und Marktwirtschaft.
Also kein Neoliberaler, wie beruhigend. Das ein Panist wieder einmal (wie im Wahlkampf so oft) das Schreckgespenst Hugo Chavez an die Wand malt war zu erwarten. Konkrete Vorschlaege wie diese “gleichen Bedingungen” geschaffen werden sollen sind leider nicht zu erkennen.
SPIEGEL
: Jährlich wandern rund eine halbe Million Mexikaner in die USA aus, um dort ihr Glück zu versuchen. Nun will die Regierung Bush an der Grenze eine 1100 Kilometer lange Sperranlage bauen.
Calderón
: Es ist kaum zu glauben, dass jetzt eine Mauer in Arizona und Texas hochgezogen wird, nachdem die Welt vor 17 Jahren den Fall der Berliner Mauer gefeiert hat. Die Abwanderung in die USA hat soziale und wirtschaftliche Gründe. Sie ist eine Folge der Globalisierung. Außerdem ergänzen sich die nordamerikanische und die mexikanische Wirtschaft ideal: Die USA haben das Kapital, wir haben die Arbeitskräfte.
Wohl wissend, dass er eine deutsche Leserschaft anspricht wird die Berliner Mauer wieder einmal als Beispiel strapaziert. Die Abwanderung als Folge der Globalisation zu erklaeren ist Vogel-Strauss Politik. Es sind wohl mehr die miserablen wirtschaftlichen Verhaeltnisse. Und das Mexiko kein Kapital hat ist ein ammenmaerchen, nur wird es nicht in Mexiko investiert. aber so einfach ist die Rechnung fuer Don Felip: U.S. Investitionen + mexikanische Niedrigloehne= Wohlstand!
SPIEGEL
: Mit derzeit etwa 24 Milliarden Dollar sind die Überweisungen der Auswanderer zur zweitwichtigsten Devisenquelle Mexikos nach dem Erdöl geworden. Ist der Exodus noch zu stoppen?
Calderón
: Wenn die Amerikaner bei uns mehr investieren würden, blieben die mexikanischen Arbeiter zu Hause. Ich habe dem amerikanischen Präsidenten gesagt: Es ist sinnvoller, einen Kilometer Straße in einem schlecht erschlossenen mexikanischen Bundesstaat zu bauen als zehn Kilometer seiner Mauer.
Ami hilf! Schon wieder das Maerchen das U.S. Investitionen die Probleme Mexikos loesen wuerden. Irgendwie kommt Don Felipe nicht darueber hinaus. Wr sollte in Mexiko den Starssen bauen, wenn nicht die mexikanische Regierung?
SPIEGEL:
Im bitterarmen Süden schwelt Unruhe. Ihr Vorgänger hatte gegen streikende Lehrer in Oaxaca Militärpolizei geschickt. Und die Zapatisten, die sich 1994 zum Aufstand erhoben hatten, sind weiter aktiv. Wie wollen Sie all diese Konflikte lösen?
Calderón
: Allein mit den Mitteln des Rechtsstaats. Keiner darf die Gesetze ungestraft übertreten, das gilt für die Regierenden wie für das Volk. Wenn ein Lehrer seine Rechte einfordert, müssen wir die Arbeitsverträge erfüllen. Wenn Demonstranten Autos demolieren, öffentliche Gebäude beschädigen oder sich an Privateigentum vergreifen, müssen sie bestraft werden. Aber wir haben die Lage in Oaxaca jetzt im Griff. Die Truppen habe ich bereits dort abgezogen.
Don Felipes Maerchenstunde. Oder spricht der Feldherr. Was ist mit denen die sich tagtaeglich an Staatseigentum vergreifen? Die Menschenrechte mit Fuessen treten, die Journalisten einschuechtern? Mal ehrlich wer glaubt Don Felipe ds was er da sagt?
SPIEGEL:
Deutsche Unternehmen sind schon gut vertreten in Mexiko. Sie tragen fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Was verbindet Sie mit Angela Merkel?
Calderón:
Ich kenne sie seit vielen Jahren. Als ich Chef meiner Partei der Nationalen Aktion war, übernahm sie gerade die Führung der CDU.
SPIEGEL:
Zwei Konservative auf derselben Wellenlänge?
Calderón:
In der Politik engt sich das ideologische Spektrum immer mehr ein. Wähler findet man heute vor allem im Zentrum. Ich jedenfalls verstehe mich als Politiker der Mitte.
Das sagt einer der mit dem knappesten Ergebniss gegen ein linke Koalition angetreten ist, die sehr umstritten und hauchduenn verloren hat. Trotz Wahlkampf mit schmutzigen Mitteln, Milionenzuwendungen der “Wirtschaftskonzentration” und Spots die mit Mitte nichts mehr zu tun hatten.
Abschliessend bleibt nur beruhigende Gewissheit, dass Don Felipe in seinen knappen 16 Stunden auf deutschem Boden nicht viel anrichten kann. Und das ist gut so. Denn die Saele und Besprechungszimmer in Berlin sind gut geheizt, waehrend hier die Menschen in Chihuaha und Sonora in ihren menschenunwuerdigen Behausungen erfrieren, weil sie kein Geld fuer Gas, Oel oder Strom haben. Solche Reden schwingt er eben deshalb am liebsten weit, weit weg von der Realitaet.
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Antwort #8 am:
Februar 12, 2007, 07:15:51 »
Hallo Santiago,
schön mal wieder eine Geschichte aus Mexiko zu lesen, die hat es aber in sich. Ich persönlich glaube nicht das die Polizei und das Militär nur durch Präsents, den „Krieg“ gewinnen kann. Vielmehr muss sie sich auf gleicher Ebene wie die Kartelle bewegen und dort das „Schlachtfeld“ suchen. Das verstößt zwar gegen die demokratische Grundordnung, aber besondere Probleme brauchen auch besondere Lösungen.
Mich würde aber mal interessieren was aus dem Präsidentenstreit geworden ist?
Gruss
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Re: Mexico
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Antwort #7 am:
Februar 12, 2007, 04:29:16 »
mal wieder eine (Crime) Geschichte aus Mexico.
Der neue Praesident schickt momentan ueberall Soldaten u. Elite Polizei in die Provinz, um mit den Banden u. Drogen Kartellen aufzuraeumen, sagt er.
Letzte Woche gingen 1.200 Militaers u. Bundespolizei mit Helikoptern, schweren Waffen u. Kommunikations Geraete nach Acapulco. Acapulco wurde ein immer wichtiger strategischer Punkt fuer Drogenkartelle, durch das Hinterland (Dschungel) geeignet fuer versteckte Heroin- u. Kokain Laboratorien, usw. Eine gute Streitmacht zog also nach Acapulco ein, um "Herr der Lage" zu werden.
Und wie reagierte das Tijuana Drogenkartell darauf? Zwei Tage nach Einzug der Regierungs Streitmacht schickten sie aus dem Norden Mexicos 8 Profi Killers, ebenfalls nach Acapulco. Diese duerften aus dem Norden des Landes angereist sein, nach vagen Zeugenaussagen, waren sie groesser als die Leute in Acapulco u. hatten Cowboy Boots an. (typisch fuer Norteños).
Sie mieteten in einer populaeren Zone ein Haus fuer ein paar Tage (so die Rekonstruktion). Die Haelfte zogen sich Militaer Uniformen ueber, die Truppe fuhr zu einem Buero der Staatsanwaltschaft. Die vier in Militaer Uniform sperrten die Strassen um dieses Bueros ab, damit die anderen 4 in zivil "freien Raum hatten". Diese gingen in die Staatsanwaltschaft rein, dort war gerade Mittagspause, zogen Uzis raus u. maehten alles nieder. Ein Staatsanwalt, seine Sekretaerin u. ein Kriminalbeamter tot.
Dann gingen sie wieder raus. Gegenueber war ein Schuhputzer Stand, ein Killer setzte sich auf den Stuhl u. liess sich die Blutflecken von seinen Boots entfernen u. wieder schoen glaenzend machen (das dauerte 5 Minuten nach Zeugenaussagen)
Dann weiter mit zwei Suburbans zur naechsten Staatsanwaltschaft. Selbe Vorgehensweise. Diesmal killten sie wieder einen Staatsanwalt, eine Sekretaerin u. zwei Kriminal Beamte. In diesem Haus war auch ein Gefaengnis, sie sperrten die Tueren auf u. liessen 8 Untersuchungs Gefangene frei.
Dann wieder in die Suburbans, dieses Mal ging es zu einer Bank, diese wurde ueberfallen, sie zogen mit Beute ab.
Dann in das angemietete Haus, dort zogen sie sich um u. verschwanden zu Fuss. Die Autos, Uniformen u. Waffen liessen sie zurueck.
Dann kam ein statement des Tijuana Drogenkartells. Die ganze Aktion wurde nur gemacht, um der Regierung zu zeigen, wer hier "das Sagen" hat in Acapulco. "Nicht mal mit 1,000 Soldaten koennt Ihr uns nervoes machen, ihr Arschloecher" So war die message.
So werden hier die Drogenkriege gefuehrt.
Gruss
Santiago
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Antwort #6 am:
Dezember 07, 2006, 08:55:53 »
Nun wieder mal eine Geschichte aus MX. Nicht so schoen, wie der Adventskalender von Don da/weil rauhe Wirklichkeit:
Ein ganz gewoehnlicher Mord
am 29. August dieses Jahres (da war gerade sehr heisse Stimmung hier wegen dem Wahlbetrug, (Calderon baute gerade seine Gegenstratiegie auf mit dem Tenor, Lopez Obrador, die PRD u. die ganzen linken Chaoten wuerden sein Prestige kaputtmachen) wurde um 7.30 ein 38 jaehriger Familienvater, der gerade seine beiden kleinen Kinder zur Schule brachte, vor der Schule u. vor den Augen seiner Kinder in seinem BMW X-5 erschossen. Das geschah in Coayocan, einem gehobeneren Viertel in Mexico City. Ein Mord wie viele in dieser Stadt, nur, da wurde nichts geraubt, fuer die Oeffentlichkeit der typische "Aha" Effekt, es war eine Hinrichtung, Mafia, Narco.......
Jetzt weiss man, es war doch kein gewoehnlicher Mord, ein ganz spezieller sogar:
Der Tote war nicht irgendwer, sondern der Direktor einer Firma namens ISOSA, die in truebe Geschaefte mit Felipe Calderon verwickelt war, als Calderon noch Minister fuer Energie war. ISOSA war Lieferant fuer Software an eine Firma Namens Hilderbrando S.A. de C.V., die, oh Wunder, unter dem energetischen Calderon ploetzlich unglaublich profitable Geschaefte mit PEMEX (staatliches Oel) gemacht hat. Finanziert wurde ISOSA aus einem Fond aus dern Zolleinnahmen, der uebrigens mehrmals Untersuchungsgegenstand des Kongresses war ( dort wo die ganzen (vom Volk gewaehlten) Chaoten vom PRD sitzen. Zur Zeit bemuehen sich die Herren um Calderon krampfhaft die Spuren dieses Betruges zu verwischen.Nebenbei war Hildebrando auch eine der Firmen die federfuehrend beim Ausbau des Computersustems war, das beim mexicanischen Wahlsinstitut fuer die auessert knappe Auszaehlung der Stimmen bei der letzten Wahl zum Praesidenten war, die, welch ein Zufall, Calderon gewonnen hat. Und einer der Sociios der Fa. Hildebrando ist zufaellig ein Schwager von Calderon.
Und bei solchen "grossen Taten" muss eben mal ein kleiner Direktor vor den Augen seiner Kinder ins Grass beissen. Staatsraeson sozusagen. Waere ja nicht auszudenken, wenn solch ein Mann mit seinem Wissen ploetzlich zur Gegenseite ueberlaufen wuerde und ein wenig aus der Mottenkiste plaudern wuerde.
Da staende Calderon mit seine "sauberen Haenden" ploetzlich ganz schoen dumm da!
Gruesse
Santiago
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Don Holiday
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Re: Mexico
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Antwort #5 am:
November 29, 2006, 08:01:19 »
Hola Santiago,
Mexico hat nur diese eine Chance!
Ganz realistisch: Setzt sich die Mehrheit jetzt nicht durch - auch auf Kosten eines (hoffentlich begrenzten) Buergerkriegs, bleiben die derzeitigen Machthaber auf Jahrzehnte an ihren Stuehlen kleben.
Ihr bekommt nicht noch einmal die Chance einer fairen Wahl.
Don
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Re: Mexico
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Antwort #4 am:
November 29, 2006, 07:40:57 »
Wollt Ihr mal wissen, wie die Leute die Schnauze hier voll haben? Vox populi, von Leuten die einfach sagen: BASTA
ja, ja, die Regierung. Offensichtlich ist sie unfaehig das zu tun, was die Regierung eines jeden Landes tun sollte: sich um das Wohlergehen ihrer Buerger kuemmern.
aber das scheint die Regierung hier in Mexico am wenigsten zu kuemmern.
einige Beispiele :
Strassen sind groesstenteils in miserablen Zustand, Krankenhaueser schlecht ausgeruestet und ohne die noetigen Medikamente. Schulen in desolatem Zustand, ohne die noetigsten Lehrmittel, an vielen Orten gar nicht vorhanden. die oeffentliche Sicherheit existiert nur auf dem Papier, das Justizsystem hoffnunglos ueberlastet und korrpt. Es werden laufend neue Gesetze erlassen, aber weder die bestehenden geachtet noch befolgt. 40 mio. Buerger leben unterhalb der Grenze die international als menschenwuerdig angesehen wird. 12 mio Buerger sind illegal in die USA ausgewandert. Es herrscht "Pressefreiheit, aber wer sie praktiziert sieht sich Prozessen, Verhaftungen und Drohungen ausgesetzt. 12 Journalisten wurden allein in diesem Jahr umgebracht.
Die natuerlichen Resourcen werden ausgebeutet, Nachhaltigkeit ist immer nur im Sechs Jahresrytmus geaehrleistet, wenn ueberhaupt. Goueverneure verhalten sich wie absolutistische Regenten, wer aufmuckt wird mundtot gemacht.
Doch genug der Schwarzseherei, also auch mal was positives: Der drittreichste Mensch laut Forbes ist ein Mexikaner, die Banken verbuchen in Mexiko sagenhafte Gewinne, unsere Telefongebuehren sind an erster Stelle im internationalen Vergleich, die zwei grossen Fernsehsender exportieren fleissig Telenovelas, die Diputierten und Senatoren sowie die Kabinettsmitglieder machen hoechst ertragreiche Geschaefte. Mexiko ist ein, ja wiklich nur noch ein Schritt davon entfernt in die "global player liga " aufzusteigen. Lorena Ochoa hat mehr Geld vedient als jede andere Golferin in dieser Saison. Es geschehen Wunder, wie die der Fischer die 9 Monate auf dem Meer uberlebt haben. Lopez Obrador ist nicht Praesident geworden, obwohl jede Menge Waehler ihr Kreuz an der falschen Stelle gemacht haben. Oaxaca wurde endlich von dem subversiven, revolutionaeren Poebel gereinigt damit die Touristen wieder die kolonialen Schoenheiten dieser Stadt bewundern koennen, ohne von den Lumpenproletariat, diesen armen Mexikanern dabei gestoert zu werden. Der Subdelegado zero ist mit seiner anderen Campagne endlich da angekommen, wo er vor 12 schon war: Wo der Pfeffer waechst, im Urwald, bei den indigenen Idioten, die sich weigern Kreditkarten und Handy zu benutzen, keine Haarsprays und Deodorants konsumieren, und irgendwie im witrschaftlichen Aufschwung stoeren, mit ihren romantisch-verkalerten Ansichten von Mutter Erden und diesem ganzen esoterischen Gefasel. Die wollen ja nicht das es ihnen besser geht. Was kann man da schon machen. Wie gut das die ihm seine marxistisch-leninistischen Maerchen glauben, wenn sie schon sonst an nichts glauben wollen.
In Mexiko herrscht Friede, Freude, alle sind happy. Nach sechs Jahren haben wir endlich die Demokratie die allen zum Wohle gereicht.
mexico esta en paz.
mexico es una gran nacion.
yo quiero a mexico.
Gelobt sei die Regierung und Vicente Fox, die all das in nur 6 Jahren zustande gebracht hat, und wehe, wehe wenn da einer noch noergelt, demonstriert oder gar anarchistisch-radikal, Steine, Feuerwerkskoerper oder Molotws auf die Ordnungskraefte schmeisst, die Pistoleros und andere "Patrioten" vor der Wut des Poebels schuetzt. Solche unverbeserlichen Spielverderber, Stoerer der Demokratie, Aufstaendische, Radikale, Terroristen, Abschaum.
Solche Typen habe im Mexico von Fox, Calderon und andern Helden nichts verloren.
Amén
und:
bzgl gestern:
wenn ein Staat (dessen oberstes Gebot eigentlich sein sollte das Leben, die Gesundheit und die Unversehrtheit seiner Buerger zu schuetzen) beginnt, auf seine Buerger zu schiessen, sie zu verpruegeln, vergewaltigen , dann erscheint mir die Gewalt, die in dem Akt besteht eine Tribuene im Parlament zu besetzen (das mehrheitlich von Befuerworten oder zumindest Tolerierenden dieser Gewalt besteht) mehr als gerechtfertigt!
und:
man hat ja auf dem Zocalo (Hauptplatz) die "Umstuerzler" gesehen. es war alles vertreten, Frauen, Kinder, Alte, Campesinos, Intelektuelle, Arbeiter, Mixes, Tzoques, Zapotecos, Tarahumaras, Huicholes und viele Indios aus der ganzen Republik, Kuenstler, Politiker, Polizisten, Richter, selbst Auslaender, daneben Angestellte, Unternehmer, sprich ein bunter Querschnitt durch die mexikanische Gesellschaft. Nur Fanatiker hat man keine gesehen. Und das Erstaunlichste daran: nicht Lopez Obrador muss geopfert werden, aber vielleicht das eine oder andere Leben dieser Menschen, die eines nicht mehr wollen: die Betrogenen zu sein, die Dummen, die Armen, die , die sowieso nichts zu sagen haben, ausser dass sie alle sechs Jahre fuer ein paar Sack Zement oder ein paar verzinkten Blechen gesagt bekommen, wen sie zu waehlen haben, damit ihre Misere nun aber wirklich zu einem Ende kommt. Die Fanatiker, die Stoerenfriede, die Radikalen, die, laut Praesidentensprecher "Menschen auf dem Zocalo toeten wollten" existieren in den Delirien derjenigen die nur eines fuerchten: ihre Pfruende!
und
die Arbeit ,diesen ganzen Sauhaufen (das Mexico von Fox u. Calderon) auszumisten und endlich den Versuch starten etwas zu errichten das den Namen "Demokratie" vielleicht eher verdient als diese bis in Mark verdorbene Clique von Politikern, Medienzaren, bezahlte Richtern und willigen Adjudanten, die ihrem eigenen Volk misstrauen, es ja fast schon fuerchtet, wird nicht einfach sein. aber befriedigend. "Abschaum", das war das Wort welches vom PAN benutzt wurde um diese Menschen in die Schublade zu stecken, aus der sie am besten nie mehr rauskommen sollten. Denn eigentlich brauchen diese Herren das Volk gar nicht, es stoert bei ihren sorgsam ausgekluegelten Schachzuegen um in die eigen Tasche zu wirtschaften, waehrend die Mehrheit, ich wiederhole die Mehrheit der Mexikaner viel weniger als 300 Euro im Monat verdient, viele Millionen das Land verlassen, die natuerlichen Ressourcen gepluendert werden und dieses Modell als "demokratische Entwicklung" preisen ......
und
und wenn wir gewinnen werden wir ungeschickt zu Werke gehen, mit Emotionen, mit Naechstenliebe, mir dem unbedingten Willen diesesmal nicht geschickt zu sein (wie die Linke 1988), sondern unnachgiebig, passioniert, mit vollem Einsatz, mit viel Liebe zu denen um die es bei diesem ganzen Theater geht: den millionen Kindern, die Unterernaehrung ertragen, nie ein Schule besucht haben, den alten Menschen, die das Recht auf eine staatlich garantierte Pension haben, den Millionen von "Waschmaschinen mit zwei Fuessen" (so nannte Fox die mex. Frauen) die Gewalt ertragen, wortlos ihre Arbeit tun und innerlich schreien ob den Demuetigungen denen sie ausgesetzt sind. Den Campesinos, die auf ihrem Land arbeiten und hungern, weil billige Importe den Markt kaputt gemacht haben. die Liste ist lang....
und dann, dann machen wir ein Requiem fuer einen, (Lopez Obrador) der auszog "ihnen" das fuerchten zu lehren.
Klingt albern, aber es ist ein Privileg in diesen Momenten in Mexico zu sein
Gruss
Santiago
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Re: Mexico
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Antwort #3 am:
November 29, 2006, 04:10:51 »
Zitat von: hansw am November 29, 2006, 01:54:04
Die Gewalt erdulden und den Terror aushalten müssen immer die kleinen Leute, die nichts an allem ändern können.
Ludwig, was hat für Auswirkungen auf Dich? Also die Firma, deine Leute, Familie?
LG vom Hans
Hallo Hans,
die Haelfte der Mexicaner, die fuer Lopez Obrador u. damit fuer einen Wechsel nach 80 Jahren gewaehlt haben sind beschissen worden. Und da wollte auch keiner, dass G. Bush zur Amtseinfuehrung des neuen Praesidenten kommt. Gestern abend gab es Zoff im Parlament. Am 1. Dez. wird Calderon als "legitimer Praesident" eingefuehrt. Das wollen die Abgeordneten von Lopez Partei unbedingt verhindern. Es heisst, der Plenar Saal wuerde fuer den 1. Dez. total gesperrt werden, keine Abgeordneten nur 50 "handverlesene" der Regierung u. der Oposition. Darum ging gestern im Parlament die Schlaegerei los. Die 130 Abgeordneten der Oposition werden jetzt aus dem Parlament nicht mehr rausgehen, um am 1. Dez. richtig Zoff zu machen. Die Abgeordneten der Regierungspartei auch nicht mehr, um "ihren" Praesidenten am Freitag zu schuetzen. Gestern Nacht liessen sie sich bereits Schlafsaecke u. Toilettenartikel bringen. Mexico City um das Parlament gleicht einer Festung.
Gestern abend waren wir mit ein paar Schwagers u. Schwaegerinnen in einem Burger King beim Essen. Wir sprachen ueber dieses Thema. KEINER von uns hat Hunger, KEINER lebt auf der Schattenseite wie die meisten Mexicaner. Aber ALLE sind sich einer Meinung. Es muss ein Wechsel her. Und es wird nicht einfach werden. Wenn das Schiff erst mal aus dem Ruder laeuft, wird wahrscheinlich erst mal der Peso abgewertet, das heisst Inflation, wie weit, weiss der Hund. Aber Mexico ist ein zu gutes Land, um von einer Regierung, die jeden Tag mehr mit den USA u. Globalisten zusammen arbeitet, langsam aber sicher verkauft zu werden. Auf Kosten des Volkes. So ist die Meinung der "Rebellen", die in guten Vierteln wohnen, die Meinung des Volkes ist noch ganz anders.
Warten wir ab, was passiert......
Gruss
Santiago
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Re: Mexico
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Antwort #2 am:
November 29, 2006, 01:54:04 »
Solche Bilder stimmer mich immer sehr traurig. Die Gewalt erdulden und den Terror aushalten müssen immer die kleinen Leute, die nichts an allem ändern können.
Zur versuchten
Amsteinführung
hier ein Bericht aus Spiegel online.
Am Besten ist der letzte Absatz: Der ehemalige US Präsident Bush nimmt an der Zeremonie teil. Ich dachte schon, ich hätte was verpasst. War da doch ne Wohnung frei? Aber es gab ja schon mal einen.
Ludwig, was hat für Auswirkungen auf Dich? Also die Firma, deine Leute, Familie?
LG vom Hans
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