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Autor Thema: Zur Nacht  (Gelesen 5134 mal)
Diana
Gast
« Antwort #14 am: Juli 01, 2006, 02:28:19 »

Der Fuchs und der Holzhacker

Ein vor J?gern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Holzhacker und bat denselben inst?ndig, ihn doch bei sich zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine H?tte, worauf der Fuchs hineinging und sich in einem Winkel versteckte. Als die J?ger kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die J?ger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder. Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, ging er wieder heraus, ohne etwas zu sagen; und als der Holzhacker ihm Vorw?rfe machte, da? er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach: "Ich w??te dir gerne Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklange st?nden."

Die Fabel geht diejenigen an, die zwar die Rechtschaffenheit im Munde f?hren, durch ihre Handlungen aber das Gegenteil an den Tag legen.  :rolleyes:
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rp_istec
Gast
« Antwort #13 am: Juli 01, 2006, 06:43:48 »

hallo aachen, das war doch auch von ihm,

Lieber Gott nun gib doch zu
das ich klueger bin als Du
und nimm doch endlich hin,
dass ich was ganz Besonderes bin
und nun preise meinen Namen
denn sonst setzt es etwas - Amen.
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aachen
Gast
« Antwort #12 am: Juli 01, 2006, 06:18:05 »

Einer meiner Lieblingsdichter - Robert Gernhardt - ist Vorgestern verstorben. Ihm zu Ehren hier ein Auszug aus einem seiner Gedichte:


Ich sprach: Lahmer, Du

Kannst gehen!

Doch er blieb auf

Kr?cken stehen.

Da ward auch dem

D?mmsten klar,

dass ich nicht der Heiland

war.
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Kay
Gast
« Antwort #11 am: Juli 01, 2006, 03:38:58 »

?brigens hat Wilhelm Busch noch einen kleinen Tip f?r einige Dauerschmuddler:

Die Selbstkritik hat viel f?r sich:
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab ich erstens den Gewinn,
Da? ich so h?bsch bescheiden bin.

Zum Zweiten denken sich die Leut':
Der Mann ist lauter Redlichkeit!
Auch schnapp ich Drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritik?ssen.
Und Viertens hoff ich au?erdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.

So kommt es denn zuletzt heraus,
Da? ich ein ganz famoses Haus!


Gedicht ?ber Rechthaber, Anleitung zur Selbstkritik - manchmal kommt mir der Verdacht, der gute Willi hat das Schmuddelforum "vorausgeahnt"  ^_^

Gru?, Kay
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Tedora
Gast
« Antwort #10 am: Juni 30, 2006, 08:43:31 »

Ich lese zur Nacht gerne alle Horrorscope, die ich greifen kann. Dann hab ich gleich was zu Traeumen.

Mein neues Foto ist mein Tierkreiszeichen. Es lacht gern!

Aachen

Letzte Bitte ( von Heinz Erhardt)

Der Tag geht nun zur Neige
und leise kommt die Nacht.
Ich danke dir f?r alles,
was du f?r mich gemacht.

Du hast mich stets getr?stet,
wenn mir was nicht gegl?ckt,
und hast oft aus Liebe
ein Auge zugedr?ckt.

Jetzt geht mein Weg zu Ende.
Und leg ich mich zur Ruh,
so falte meine H?nde,
und dann nimm deine H?nde:
dr?ck beide Augen zu...

:-))))

Und...... noch ein Erhardt

Depressionen

Vorvorgestern war ich fr?hlich,
vorgestern hat sich's gegeben,
gestern schlug ich Purzelb?ume,
heute will ich nicht mehr leben.

Solch ein Zustand ist entsetzlich,
mich und meine Umwelt qu?l ich;
doch er dauert nicht sehr lange:
morgen bin ich wieder fr?hlich!
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aachen
Gast
« Antwort #9 am: Juni 30, 2006, 08:27:38 »

Ich lese zur Nacht gerne alle Horrorscope, die ich greifen kann. Dann hab ich gleich was zu Traeumen.

Mein neues Foto ist mein Tierkreiszeichen. Es lacht gern!

Aachen
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Tedora
Gast
« Antwort #8 am: Juni 30, 2006, 07:38:04 »

William Butler Yeats, irischer Dichter(1865 -1939)


Ein Meister unter Gedichteschreiber.. Hier 2 meiner Lieblingsgedichte von ihm. Obwohl ?bersetzt, noch immer Ausdruckstark.

Er w?nscht sich die T?cher des Himmels

H?tt ich die reichgestickten Himmelst?cher
Gewirkt aus goldenem und silbernem Licht,
Die blauen und die matten und die dunklen T?cher
Von Nacht und Licht und halbem Licht,
Ich breitete die T?cher dir zu F??en:
Doch weil ich arm bin, hab ich nur die Tr?ume;
Die Tr?ume breit ich aus vor deinen F??en:
Tritt leicht darauf, du trittst auf meine Tr?ume.

W.B. Yeats


Und noch ein sch?nes Gedicht:

Wenn Du alt bist
 

Wenn Du alt und grau bist und voll des Schlafes,
Und einschl?fst an dem Feuer, nimm herunter dieses Buch,
Und lese langsam, und tr?ume von dem zarten Blick,
Deine Augen hatten einst, unter ihren tiefen Schatten;
 

Wie viele liebten die Momente Deiner sch?nen Reize,
Und liebten Deine Sch?nheit mit Liebe wahr oder falsch,
Doch ein Mann liebte des Wanderers Seele in Dir,
Und liebte die Sorgen Deines wandelnden Gesichts;
 

Und niederkniend neben den gl?henden Kohlen,
Murre, ein wenig traurig, wie die Liebe floh
Und zog ?ber die Berge dort oben
Und ihr Gesicht versteckte, unter einer Gruppe von Sternen.
 
William Butler Yeats, 1893

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santiago
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« Antwort #7 am: Juni 30, 2006, 01:18:55 »

Ein paar sehr nuetzliche "Lebensweisheiten", ebenfalls aus Wyoming Festival of Cowboy Poetry:





Good judgment comes from experience, and a lot of that comes from bad judgment


There's two theories to arguing with a woman. Neither one works.


If you're ridin' ahead of the herd, take a look back every now and then to make sure it's still there.
 

Be cautious in choosing a mate,
don't go settlin' for one who
can't open the gate.


A mountain lion felt so good after eating an entire bull he started roaring.
He kept it up until a hunter came along and shot him...........
The moral:
When you're full of bull, keep your mouth shut



If you find yourself in a hole,
the first thing to do is stop digging.


Always drink upstream
from the herd



The quickest way to double your money is to fold it over
and put it back in your pocket


There are three kinds of cowboys: The one that learns by reading.
The few who learn by observation. And the rest of them have to pee on the electric fence for themselves



Santiago

 



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« Antwort #6 am: Juni 30, 2006, 10:53:53 »

Picks from Cowboy Poetry Festival Wyoming, last year:



this poem by Freda McGommery:


 Through big glass doors, I watched the sun
Give birth to one more day.
My yard completely visible
No objects in my way.

I sat there with my coffee cup
Just staring at the view.
I started making mental notes
Of things I had to do.

So wrapped up in my daily thoughts
I really didn't see.
The beauty I was staring at
God put in front of me.

This quiet time allowed my mind
To organize the day.
Then suddenly an awful noise
Had taken them away.

Yes something hit the big glass doors
So I looked all around.
And then I saw this little bird
Was laying on the ground.

I didn't know what I could do
But still I had to try.
Through tears I kneeled beside the bird
And prayed it wouldn't die.

I picked it up and held it close
To show the bird I cared.
I talked and cried while petting it
I didn't want it scared.

It laid so still inside my hand
Yet watched each move I made.
I prayed for it to fly away
But in my hand it stayed.

The world had stopped right then and there
For just the bird and me.
And then the stare of death took place
Of where life use to be.

 

I held it's body up to God
And asked "Why did it die"?
God didn't say a word to me
As I yelled up at the sky.

Then raindrops started coming down
I turned around to see.
The glass doors that had killed the bird
Reflected only me.

The guilt cut through me like a knife
As I stared up at that door.
I promised then I'd never let
This happen anymore.

With trembling hands, I found a box
And placed the bird inside.
I whispered "Please forgive me, I'm
So sorry that you died".

I ran inside and got some cloth
And taped it to the door.
As I kept saying to myself
"I'm not worth dying for".

Then suddenly the rain had stopped
The moment I was through.
God seen it all and with his tears
He showed me what to do.

It's my fault due to carelessness
I should have been aware.
If I had put distractions up
The birds would know it's there.

It's our responsibility
Or so the Scriptures say.
For me, that grave will always be
Reminding me each day.

That sayings true "We just can't see
The forest through the trees".
It took a little bird to bring
This woman to her knees.

Then I asked God to do one thing
That only he knew how.
To tell my little feathered friend
"I'll Not Forget You Now".
 
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Kay
Gast
« Antwort #5 am: Juni 30, 2006, 09:53:54 »

Garc?a Lorca und das Schmuddel pa?t nat?rlich zusammen wie Dieter Bohlen und Alice Schwarzer, aber bevor das Testosteron-Geschwader zum n?chsten geistigen Tiefflug ansetzt, kann ein kleiner dichterischer H?henflug durch einen der bedeutendsten spanischen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts ja eigentlich nicht schaden, oder?

?brigens ist er auch in S?damerika, besonders Argentinien, sehr gesch?tzt worden, auch schon zu Lebzeiten.

Gru?, Kay
Gespeichert
aachen
Gast
« Antwort #4 am: Juni 30, 2006, 04:49:57 »

Als ich meinen ersten Spanischkurs an der Volkshochschule begann, fragte der chilenische Lehrer, ob jemand Lorca kenne.
Klar, sagte ich, das ist der Ort, an dem sich die Strasse, die vom Norden kommt, nach Almeria und Granada gabelt.

Soviel zu meinem ersten Kontakt mit Lorca. Dann hat er uns eine traurige Ballade vorgespielt - eine unglueckliche Liebe. Schnieff.

Aachen
Gespeichert
Kay
Gast
« Antwort #3 am: Juni 30, 2006, 03:51:55 »

Hier mal was Spanisches, von Federico Garc?a Lorca, den ich sehr sch?tze (vielleicht kennt jemand La Casa de Bernarda Alba, das wird auch auf deutschen B?hnen aufgef?hrt).

Romance de la luna, luna

La luna vino a la fragua
con su polis?n de nardos.
El ni?o la mira, mira.
El ni?o la est? mirando.

En el aire conmovido
mueve la luna sus brazos
y ense?a, l?brica y pura,
sus senos de duro esta?o.

Huye luna, luna, luna.
Si vinieran los gitanos,
har?an con tu coraz?n
collares y anillos blancos.

Ni?o, d?jame que baile.
Cuando vengan los gitanos,
te encontrar?n sobre el yunque
con los ojillos cerrados.

Huye luna, luna, luna,
que ya siento sus caballos.

Ni?o, d?jame, no pises
mi blancor almidonado.

El jinete se acercaba
tocando el tambor del llano.
Dentro de la fragua el ni?o,
tiene los ojos cerrados.

Por el olivar ven?an,
bronce y sue?o, los gitanos.
Las cabezas levantadas
y los ojos entornados.

C?mo canta la zumaya,
?ay, c?mo canta en el ?rbol!
Por el cielo va la luna
con un ni?o de la mano.

Dentro de la fragua lloran,
dando gritos, los gitanos.
El aire la vela, vela.
El aire la est? velando.

Gru?, Kay
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Tedora
Gast
« Antwort #2 am: Juni 29, 2006, 10:52:45 »

Hallo Diana,

sch?nes Gedicht, danke.

Ich bin ein ein grosser Fan von Heinrich Heine und bringe jetzt ein sch?nes Gedicht von ihm..

Sie haben heut abend Gesellschaft

Sie haben heut abend Gesellschaft,
Und das Haus ist lichterf?llt.
Dort oben am hellen Fenster
Bewegt sich ein Schattenbild.

Du schaust mich nicht, im Dunkeln
Steh ich hier unten allein;
Noch wen'ger kannst du schauen
In mein dunkles Herz hinein.

Mein dunkles Herze liebt dich,
Es liebt dich und es bricht,
Und bricht und zuckt und verblutet,
Aber du siehst es nicht.

Heinrich Heine
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Diana
Gast
« Antwort #1 am: Juni 29, 2006, 10:11:06 »

Damits nicht heisst ich kotze hier nur rum ein kleines Gedichtchen zwar nicht von mir aber von Wilhelm Busch das auch was mit der dunklen Nacht zu tun hat dafuer aber auch fuer Nicht Intelektuelle lesbar ist

Eitelkeit

Ein T?¶pfchen stand im Dunkeln
An stillverborgener Stelle.
Ha, rief es, wie wollt ich funkeln,
K?¤m ich nur mal ins Helle.

Ihm geht es wie vielen Narren.
S?¤?? einer auch hinten im Winkel,
So hat er doch seinen Sparren
Und seinen aparten D??nkel.
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Tedora
Gast
« am: Juni 29, 2006, 08:59:29 »

Liebe Forumgemeinschaft,


wir alle wissen, dass jeder von uns nur eine begrenzte Lebensdauer hat und in sp?testens 60 Jahren wir uns alle ( ohne Ausnahme)  zur ewige Ruhe begeben.

Aus dieses Erkenntnis raus m?chte ich hier ein Thread er?ffnen, worin es weder um PY geht noch um Gesch?fte oder um Fingelhackeln. Ich w?rde mich sehr freuen, wenn es mir gelingen w?rde. Ich bringe als erster Beitrag etwas von mir, welches ich 2004 in Paraguay geschrieben habe. Vielleicht habt ihr auch Gedankeng?nge, an der wir alle teilnehmen und uns dadurch etwas besser kennenlernen. Oft sieht man einen Menschen seine Sensibilit?t nicht an, da er sich ganz anders pr?sentiert als in Wirklichkeit, folgt eine v?llig falsche Annahme und tut ungewollt auch unrecht ..

Ich lade euch alle ohne Ausnahme ein hier etwas zu schreiben und bitte ohne Anlehnung an PY, ohne Gesch?ftsinteressen oder ?hnliches. Das Leben ist auch zum Geniessen da und deshalb sollten wir hin und wieder die Kirche einfach im Dorf lassen. Wir k?nnen nur von einander lernen und wissen auch, dass keine von uns Perfekt ist und auch nicht perfekt sein kann.. Gerade das macht uns doch zu dem was wir sind, auch  mit all unseren Emotionen die wir haben, n?mlich zur einem Menschen.

In K?ln sagt man nicht umsonst:

Jeder Jeck ist anders und bewertet damit niemanden und auch nicht seine Art. Ich lebte lange Zeit im Rheinland und der Spruch gefiel mir immer:-)

Liebe Gr?sse

Tedora

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Meine Hellsten N?chste

Oft merkte ich, da? so manche N?chte f?r mich heller waren als manche sonnendurchflutete Tage. Unz?hlige Male sah ich im Dunkelheit klarer als im Tageslicht. Es gab sogar N?chte die mich durch ihre Helligkeit fast geblendet haben, so da? ich meine Augen fest schlo? und willenlos nur meinen Verstand folgte...

Ich liebe die klaren N?chte..... auch..., wenn sie sich seltenst zeigen.. Sie sind vornehm zur?ckhaltend und verweilen in ihre stille, schwarze Sch?nheit und lassen all abendlich den Sternen den Vortritt.. Das nenne ich Bescheidenheit, N?chstenliebe und nicht zuletzt, feindosiertes, effektives handeln im Bewusstsein des eigenen Kraftes..

Meine hellsten N?chte waren meine treuesten Begleiter, die mir jedesmal am ehrlichsten einen weiteren Spiegel f?r meine Sammlung schenkten..Und .....ich sah , wie sich die Zufriedenheit, Dankbarsein, Stolz immer weniger verschwommen auf meinem Spiegelbild zeigten. Ich stellte mit Erstauen fest wie ich immer l?nger, immer furchtloser und immer freiwilliger.....in ihm reinsehen konnte.... Dank so manche helle aber auch lichterlohe N?chte..

Tedora(FV- 2004- Paraguay)
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